Der rechte Auserwählte

Eine satirische Komödie Eric Assous

Es spielen:
Kathrin Wolters (Melanie), Carsten Sauer (Greg), Stephan Gottwald (Jeff), Beate Mozygemba (Charline), Frank Wiemann (Noel) und Wolfgang von der Burg (Stimme: Charlines Vater)

Regie: Frank Wiemann

Die Premiere war am Samstag, dem 14. Dezember 2019 im Kulturbahnhof Lemgo.

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Die Kritik schreibt zu 'DIE NIERE'

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Lippische Landeszeitung, Dienstag, 17. Dezember 2019 (Auszüge)

Der Gesellschaft auf den Nerv gedrückt

Von Thomas Krügler

Das Stück „Der rechte Auserwählte“ der Theatergruppe „Stattgespräch“ hat Tiefgang und spielt mit Sarkasmus.

Ist Rechtspopulismus bereits salonfähig geworden? Wie verhält man sich, wenn ein Gast im privaten Wohnzimmer rechtsextreme Parolen skandiert? Das neue Stück der Freien Theatergruppe STATTGESPRÄCH trifft den Nerv der Zeit. Denn in der sarkastischen Komödie „Der rechte Auserwählte“ des französischen Erfolgsautors Eric Assous geht es neben einem Beziehungschaos um den Umgang mit Rechtspopulisten. Im Kulturbahnhof hat es eine erfolgreiche Premiere gefeiert. Die unterhaltsamen Boulevardkomödie mit zeitkritischem Tiefgang wurde 2016 unter dem französischen Originaltitel „L’heureux élu“ am Théâtre de la Madeleine in Paris uraufgeführt….

 

Zum Inhalt: Das Leben in einer Pariser Loft könnte so schön sein, wenn nicht die alte Freundin Charline angerufen hätte. Melanie und Greg führen seit 12 Jahren ein trautes Eheleben und haben ihren langjähriger Freund Jeff zum Abendessen eingeladen. In der Hoffnung, dass Charline keine Zeit hat, lädt Melanie sie spontan dazu ein. Doch Charline, die ehemals Geliebte von Jeff, nimmt die Einladung an und bringt zu allem Überfluss auch noch ihren neuen Freund Noel mit.

Da sind Konflikte vorprogrammiert. Als sich beim Abendessen herausstellt, dass Noel aggressiv gegenüber Schwarzen, Juden und Latinos ist, kippt die Stimmung. Offensichtlich weiß Noel von Gregs Seitensprung mit Charline, den dieser vor seiner Frau und seinem Freund Jeff verheimlicht hat. Wie kann er in dieser Situation Noel die Stirn bieten? Am Ende stellt sich heraus, dass jeder irgendwie „Dreck
am Stecken“ hat und die kleinbürgerliche Zeigefinger-Moral zerfällt.

 

Unter der Regie von Frank Wiemann, der die Rolle des Rechtspopulisten Noel dynamisch und temporeich verkörpert, verleihen Kathrin Wolters
(Melanie), Carsten Sauer (Greg) und Stephan Gottwald (Jeff) der Handlung erfrischenden Esprit. Als neues Ensemblemitglied feiert Beate Mozygemba (Charline) ihr erfolgreiches Debüt. Alle Schauspieler entwickeln ihre Charaktere ausdrucksstark. Kathrin Wolters wirkt in der Rolle der gut situierten Hausfrau, die umsorgt Häppchen serviert, sehr authentisch. Als sie vom Seitensprung ihres Gatten erfährt, mutiert sie wandlungsfähig zur aggressiven Furie und will alle Männer aus der Wohnung schmeißen. Als biederer Ehemann Greg steht ihr Carsten Sauer zur Seite, der seine Rolle elegant einnimmt. Im schnellen Sprechtempo verliert er an Textverständlichkeit. Die Grimassen von Stephan Gottwald sind Gold wert und sorgen für Humor. Die Rolle des steinreichen und depressiven Jeffs spielt er souverän.

Beate Mozygemba ist eine wahre Neuentdeckung. Von erotischer Naivität über peinliche Verlegenheit bis hin zur wutentbrannten Enttäuschung beherrscht sie alle Emotionen und meistert ihre Rolle als kokette Charline ohne überzogen zu wirken.

 

Das Zusammenspiel der Figuren gelingt im guten Spielfluss und die Protagonisten spielen sich temperamentvoll die Bälle zu. Off Szenen, in denen das Publikum direkt angesprochen wird, kehren das Innenleben nach außen und bringen die Handlung voran. Das Bühnenbild bietet durch Rückzugsmöglichkeiten Raum für intime Dialoge. An der Technik sorgt Christian Rolfes für eine punktgenaue Geräuschkulisse und gute Ausleuchtung. Liane Kreye trägt als Souffleuse zum Erfolg des Stückes bei.

 

Das Publikum war begeistert und gab viel Applaus. Ein Gast lobte: „Es ist mal eine ganz andere Thematik im STATTGESPRÄCH, die aber wichtig ist. Es ist mutig, so etwa in einer Kleinstadt zu inszenieren.“ Alle Vorstellungen in diesem Jahr sind bereits ausverkauft. Für die Inszenierung, die noch bis zum 1. Februar in Lemgo gespielt wird, gibt es Restkarten in den Geschäftsstellen der LZ. 

Aufgrund der großen Nachfrage ist eine Zusatzvorstellung geplant.

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