Unsere Frauen

(Nos femmes)

Stück in drei Akten von Eric Assous

(Deutsche Fassung von Kim Langner)

Es spielen:
Stephan Gottwald (Max), Markus Mogwitz (Paul), Frank Wiemann (Simon)

Regie: Frank Wiemann

Premiere war am 24. März 2018 im Kulturbahnhof Lemgo.

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Lippische Landeszeitung (Auszüge)            am 26. März 2018

Mit Wortwitz und schwarzem Humor

STATTGESPRÄCH.. landet mit dem Stück „Unsere Frauen“ einen Volltreffer.

Die spannende Komödie zieht die Zuschauer in ihren Bann.

Die Theatergruppe STATTGESPRÄCH trifft mit dem Stück „Unsere Frauen“ genau den Geschmack des faszinierten Publikums.

Von Guntmar Wolff

Pointierter Wortwitz mit erfrischenden Slapstickeinlagen und feinem Humor, all das zeichnet die Komödie „Unsere Frauen“ des französischen Autors Eric Assous aus. Das von der Theatergruppe „Stattgespräch“ in Szene gesetzte Stück hat am Wochenende im ausverkauften Lemgoer Kulturbahnhof eine umjubelte Premiere gefeiert.

Dass Komödien auch wunderbar ohne flachen Schenkelklopferhumor auskommen und dennoch bestens unterhalten können, beweist „Unsere Frauen“. Mit pointierten Dialogen, schwarzem Humor und einem umwerfenden Schauspieler-Trio überzeugte das französische Stück auf ganzer Linie.

Die Ausgangssituation könnte dabei auch der Stoff für einen Krimi sein: Ein gemütlicher Kumpelabend beim peniblen Max (gespielt von Stephan Gottwald) in seiner penibel aufgeräumten Wohnung in Paris bekommt eine ungeahnte Wendung. Denn Simon (gespielt Frank Wiemann) eröffnet dem Gastgeber und dem gemeinsamen Freund Paul, der von Markus Mogwitz verkörpert wird, dass er seine Frau ermordet hat. Max und Paul sind fassungslos und schockiert: Wie konnte das nur passieren?

Doch den Autor Eric Assous interessieren anscheinend nicht so sehr die Hintergründe der Tat; sein Stück hinterfragt, was dieses Geständnis mit den drei Männern und ihrer Freundschaft zueinander anstellt. Denn Simon verlangt von diesen, dass sie für ihn als Alibi herhalten und damit helfen, den Mord zu vertuschen. Während Max sich schockiert über diese Aufforderung zeigt, versucht der um Ausgleich bemühte Paul zwischen den beiden Kontrahenten zu vermitteln. Allerdings wird durch die zahlreichen spitzzüngigen Dialoge deutlich, dass es noch ganz andere Dinge gibt, die die Freundschaft der drei Männer belasten.

Immer wieder brandete Zwischenapplaus auf, denn alle drei Schauspieler verstanden es auf geniale Weise, das Stück, das im Original „Nos Femmes“ heißt und 2013 seine Premiere in Paris feierte, mit Leben zu füllen.

Regisseur und Schauspieler Frank Wiemann hatte schon mit zahlreichen anderen Stücken, die im „Stattgespräch“ aufgeführt wurden, eine glänzende Visitenkarte abgegeben. Und auch hier gelang ihm eine prächtige Unterhaltung des Publikums mit gutem Timing und viel Hintersinn.

Zum Stück, das in der Dynamik immer wieder variiert und den Zuschauer die ganze Zeit über nicht loslässt, passt auch das liebevoll und doch minimalistische Bühnenbild, das vom Ensemble selbst gestaltet wurde. Im Anschluss an die Premiere, die mit minutenlangem Applaus gefeiert wurde, fielen zahlreiche Besucher den Schauspielern um den Hals. „Das war einfach nur hinreißend“, so das Fazit von Dagmar Bernhard, die gemeinsam mit ihrem Mann die Vorstellung besuchte…

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Lippe aktuell (Auszüge)                     am 28. März 2018

 

Ein Freund, ein echter Freund..

Männerfreundschaft auf dem Prüfstand

Von Rainer Toppmöller

Als weitere Premiere in der 21. Saison bringt die Freie Theatergruppe "Stattgespräch" ein Stück in drei Akten von Eric Assous auf die Bühne im Kulturbahnhof. Der Titel: "Unsere Frauen” klingt vielversprechend und doch ist nicht eine Frau auf der Bühne zu sehen.

Großartige schauspielerische Leistungen und eine überzeugende und fesselnde Geschichte begeistern das Publikum.

Drei Männer, Paul (Markus Mogwitz), Max (Stephan Gottwald) und Simon (Frank Wiemann) wollen einen gemütlichen Abend zusam­men verbringen. Die Freundin von Max ist gerade ausgezogen und er lebt deshalb standhaft im Zölibat. Der zweite, Paul, ist glücklicher Ehemann und Vater. Und dann gibt es da noch ihren Kumpel Simon, der zu spät kommt – weil er gerade im Affekt seine Frau erwürgt hat. Polizei? Flucht? Alibi? Wie weit darf man wohl für eine Männerfreundschaft gehen?

Vor mehr als fünfzig Jahren war das Thema Männerfreundschaft noch ein anderes. Da hat Heinz Rühmann im Lied "Ein Freund, ein guter Freund" davon gesungen, auch zusammenzustehen, wenn einen die große Liebe verlässt. Aber einen Mord verheimlichen?

Im aktuellen Stück von "Stattgespräch", stellt sich im Laufe des Abends immer mehr die Frage, kann man seine Freunde zwingen zu lügen? Oder sind wahre Freunde erst wirkliche Freunde, wenn sie in der Nacht gemeinsam eine Leiche entsorgen gehen?

Markus Moglitz, Stephan Gottwald und Frank Wiemann spielen ihre Rollen mit dem Für- und Wider absolut überzeugend und fesseln mit ihren Argumenten und dem ständigen Wechsel der Positionen das Publikum.

Das Stück steigert sich im zweiten Akt in der Dramatik derart, dass man nicht einmal mehr lachen möchte, bis sich dann die gesamte Situation komplett umkehrt.

Böse Witze und Situationskomik lockern nicht nur die Atmosphäre, sondern sorgen auch für ein unerwartetes und überraschendes Ende.All das fasziniert umso mehr, als die drei Schauspieler ganz in ihren Rollen aufzugehen scheinen.

Das Premierenpublikum dankte zu Recht mit anhaltendem Applaus und sorgte für zahlreiche "Vorhänge” der drei Protagonisten.

Eine großartige schauspielerische Leistung. Chapeau!

 

Weitere Vorstellungen wird nach der Sommerpause es in der Spielzeit 2018/ 2019 geben.

Weitere Vorstellungen: siehe Spielplan